... und alle waren schuld. Bub Nr. 2 machte den Anfang. Risotto vom Weichweizen sollte es zum gestrigen Familienessen geben. Weizotto müsste er ja heißen, genauer genommen Weichweizotto und müsste nicht noch das "s" vom sotto mit? Aber wie heißt der jetzt auf italienisch? Egal, jedenfalls wollten wir dafür Gemüsefond zubereiten. Nicht wir, Bub Nr. 2 hatte diese Aufgabe übernommen, er war für den Hauptgang zuständig und ich musste ja noch mal los zum Supermarkt. "1 EL Pfeffer, Lorbeer, Nelke, Wacholder, zerstoßen" stand in der Zutatenliste und der Duft dieser Gewürzmischung schlug mir schon an der Wohnungstür entgegen. Je näher ich der Küche kam, um so intensiver wurde der Duft und der Weg über den Flur zur Küche ist lang! Ein ganzer Esslöffel zerstoßener Nelken kam Bub Nr. 2 schon komisch vor. Komisch, soso, und so schmeckte auch die Brühe. UAhh! Okay, das Rezept war tückisch, aber ein kleiner Vortrag - schließlich soll der Bub was für's Leben daraus lernen - musste dann doch sein. Über das Unterbewusstsein. Und über das Wissen und die Erfahrung. Und darüber, dass ohne Wissen und Erfahrung einem überhaupt nichts komisch vorkommen kann. Und dass die beiden leider nicht gerade die Kommunikationsstärksten sind, wenn sie viel zu schüchtern "komisch, komisch" flüstern statt laut zu schreien: "Achtung, Achtung, Hirnkastl einschalten!" Vielleicht war der Vortrag etwas zu lang. Bub Nr. 2 hatte sich ganz schnell verdrückt, er war ja schon fertig. Na gut, ich hatte ein ziemlich strammes Programm und noch kaum was gemacht außer shoppen. Es sollte ja alles für den gestrigen Tag schon so weit wie möglich, also sehr weit, vorbereitet sein. Und ein Teil der Vorspeise und das komplette Dessert fehlten noch. Nougatparfait mit Gewürzorangen und dazu die Schokominis. Dieses Mal in einer Variante aus Schokolade mit Orange und Mandelstückchen. Eine der leichtesten Übungen. Das Rezept ist erprobt und wie hatte ich
geschrieben? "Denkbar einfach in der Zubereitung". War auch einfach, zu einfach. Denn als ich mir die Schokominis nach der Hälfte der Backzeit mal anguckte, waren sie nur etwas aufgegangen und - komisch, komisch - der Teig blubberte. Die Dinger wurden und wurden nicht. Dabei hatte ich sogar noch Backzeit dazugegeben. Aber aus den Mulden kamen sie trotzdem nicht hoch und krallten sich am Blech fest, einige besonders. Was war jetzt schon wieder los? Keine Ahnung und ich war zu müde, um darüber nachzudenken. Das Hirnkastl schaltete sich dann irgendwann zwischen 6 und 7 Uhr morgens selbständig ein. Statt mir fröhlich einen guten Morgen zu wünschen, beschimpfte es mich. "Du D..., Du hast das Mehl vergessen!" und schickte gleich einen Trost hinterher: "Aber macht nix, Du hast noch 100 g von der Schokolade und Butter hattest Du doch noch geholt." Auf einen Schlag war ich hellwach. Auf ging's. Der Teig sah super aus, die Minis gingen beim Backen schön auf und die Backzeit hielten sie auch ein. Bub Nr. 1 kam dazu, räumte die Geschirrspülmaschine aus, half beim Nougatparfait und durfte die Sahne schlagen. "Ein bisserl noch" sagte ich noch und dann hatten wir uns verratscht und die Sahne sich verbuttert. Wie gut, dass ich auch noch Sahne gekauft hatte. Aber eigentlich bin ja nur los, um Bier zu holen, weil unser Opa Bier lieber mag als Wein. Dann hatte ich noch Butter und Sahne mitgenommen. Wundert es da, dass der Wein korkte und der Kellerschlüssel verschwunden war? Quasi in letzter Sekunde, kurz vor dem Hauptgang, gab mir das Hirnkastl einen wertvollen Tipp ...

Griebenschmalz von Gans und Schwein, Bohnencreme mit Lavendel
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Essigknödel mit Reherl und Salat
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Cremesüppchen von der Petersilienwurzel mit Petersilienöl
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Schweinsbackerl auf Risotto vom Weichweizen
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Nougatparfait mit Gewürzorangen und Orangenschokoküchlein
Weine:
Julius Klein Grüner Veltliner Wiege 2009, Weinviertel
Pittnauer Rotweincuvee Pannobile 2001, Burgenland
Zuständigkeiten:
Gesamtleitung Fritz
Kochen Fritz (Vorspeise, Dessert), Bub Nr.1 (Sahne) und Bub Nr. 2 (Suppe, Hauptgericht)
Anrichten Bub Nr. 2
Service Bub Nr. 1
Herzlichen Dank an H. und P. fürs Fotografieren!