Donnerstag, 30. September 2010

Fritz kocht

Fritz ist ein witziger Name, finde ich. Im echten Leben heiße ich ja gar nicht Fritz. Jetzt jedenfalls nicht mehr, aber früher mal. In Momenten der Ausgelassenheit oder in lustigen Situationen rief mich mein Mann manchmal so. Als die Kinder dann auf der Welt waren, hatte es sich schnell ausgefritzt. Und das war auch in Ordnung. Nicht auszudenken, wenn der bewindelte Nachwuchs mitbekommen hätte wie mein Mann mir zurief: "He Fritz, ...!" Der Respekt wäre dahin gewesen und meine Autorität in Frage gestellt und das He kein passender Umgangston. Inzwischen bin ich auch so mit dem Nachwuchs durch sämtliche Stadien des Respekts, alle Phasen der Autoritätsinfragestellung und die unterschiedlichsten Ausprägungen jugendlicher Äußerungsformen. Der Name Fritz wurde wiederbelebt und der Nachwuchs wunderte sich nur, dass seine Eltern auch ein Leben vorher hatten - also A.N.N. - ante nachwuchs natum. Und weil Fritz kocht, war der Blogtitel schnell gefunden. Nur mit dem Untertitel war das so eine Sache. In der Bloggründungsphase hatte ich die Ratschläge von Blog-Consulting-Blogs ernst genommen, mir Gedanken über den Blogzweck gemacht und ein Blogkonzept samt Blogplan erstellt. Foodblogs gibt es viele, ergab die Blogforschung, aber Spezialisierung wäre erfolgsversprechend. Menues schienen eine Bloglücke zu sein und in diese Blognische wollte ich stoßen. Also sollte Fritz das Menue des Monats kochen.

Nichts leichter als das! Ein Menue im Monat bekomme ich doch locker hin und außerdem hatte ich jetzt einen guten Grund dafür. Für den September hatte ich, wie berichtet, schon mal einen Anlass, der Geburtstag eines Freundes. Unglücklich nur, dass erstens der Nachwuchs beschlossen hatte, Mandeln zum Thema zu machen und seine letzte Ferienwoche mit einem All-Inclusive-Aufenthalt im Krankenhaus zu verbringen - Menuewahl inbegriffen - und zweitens der Freund einen kurzzeitigen innerfamiliären Kommunikationsausfall zu vermelden hatte und an dem vereinbarten Abend mit seiner Frau auf irgendeiner Ü-x0-Party tanzen durfte.

In diesem Moment fange ich an, die Unterteilung des Blogtitels in Haupt- und Untertitel richtig gut zu finden. Welche geniale Intuition hatte mich bewogen, den Blog schlicht "Fritz kocht" zu nennen! Ich ergänze einfach nur den Untertitel:

Fritz kocht das Menue des Monats erst im Oktober
oder
Fritz kocht das Menue des Monats nun doch nicht

Meine Fantasie kommt in Schwung. Sollte im Oktober der Nachwuchs immer noch das Mandelthema verfolgen, könnte ich "Fritz kocht Schonkost" schreiben oder im Dezember "Fritz kocht ein Weihnachtsmenue". Totalausfall in den nächsten Sommerferien: "Fritz kocht im August gar nicht sondern macht Urlaub". Oder fritzfrech: "Fritz kocht nicht - ällabätsch!" Mal sehen ...

Im September habe ich die Kurve dann doch noch gekriegt. Siehe auch ganz oben.






Kürbisrisotto








Pannacotta mit Ziegenfrischkäse und frischen Feigen





Geschmortes Lammhaxerl


2 kleine Lammhaxerl
2 EL Olivenöl
1 kleine Zwiebel
1 Karotte
entsprechendes Stück Knollensellerie
1/2 Stange dünner Lauch
1 EL Olivenöl
1/2 EL Tomatenmark
50 ml Portwein
125 ml kräftiger Rotwein
200 ml Hühnerbrühe
1 Knoblauchzehe
Zitronenschale
Thymianzweige
Salz, Pfeffer


Zwiebel, Karotte und Knollensellerie schälen und in Würfel schneiden in 1 EL Olivenöl in einer Pfanne andünsten.

Lammhaxerl in einem Schmortopf bei mittlerer Hitze anbraten. Dann herausnehmen und das Bratenfett abgießen. Tomatenmark in dem Schmortopf anschwitzen, mit dem Portwein ablöschen. Rotwein nach und nach dazugeben und etwas einköcheln lassen.

Das angedünstete Gemüse mit der Brühe in den Topf geben und die Lammhaxerl daraufsetzen. Alles bei niedriger Temperatur 2 1/2 bis 3 Stunden schmoren lassen. Die Haxerl ein paar mal wenden. Lauch putzen und waschen, in Streifen schneiden und 20 Minuten vor Ende der Garzeit hinzufügen.

Die Lammhaxerl herausnehmen und warmstellen. Die Sauce durch ein Sieb in eine Kasserolle abgießen und einköcheln lassen. Thymian, Zitronenschale und den flach gedrückten Knoblauch kurze Zeit in der Soße ziehen lassen. Die Sauce zum Schluss noch mit Salz und Pfeffer abschmecken. Das Schmorgemüse kann als Beilage zum Lamm gereicht werden.

Mittwoch, 29. September 2010

Drei mal Antipasti

Der Nachwuchs hatte zu Beginn des Schuljahres ein "Lernen lernen"-Seminar. Zeitmanagement war ein Teil davon. Prima! Das ist ja ein gutes Stichwort für ein mehrgängiges Menue. Alleine der Gedanke daran, dass ich in Chaos versinke, Speisen nicht gelingen und ich die Hälfte von dem vergesse, was ich machen wollte, macht mich schon nervös. Ich sehe mich vor meinem geistigen Auge schwitzend am Herd stehen, mit glühenden Wangen und die Haare hängen mir in Strähnen herunter. Im Topf brodelt eine braune Brühe kurz vor der Explosion, der Deckel auf einem anderen Topf hebt und senkt sich gefährlich und gibt dabei metallene Knallgeräusche von sich. Wasserdampf steigt auf und aus der Pfanne spritzt angriffslustig das Fett. Die Zeitschaltuhr meldet sich, die Mikrowelle piepst, der Geschirrspüler gibt ein Dauergeräusch von sich und mittendrin höre ich entfernt ein Klingeln. Die Gäste sind da!

Deshalb mag ich es gerne, wenn sich einzelne Gänge oder Komponenten gut, am besten schon Tage vorher, vorbereiten lassen und dann nur noch fertiggestellt oder angerichtet werden müssen. Bei einem italienischen Menue ist das regelmäßig bei den Speisen der Fall, die man sich als ersten Gang vor der Pasta aus der Vitrine aussuchen kann - Antipasto della vitrina. Mit einer Vitrine kann ich nicht dienen, aber eine kleine Auswahl von drei kalten Vorspeisen habe ich vorbereitet.




Paprika in Öl

2 rote Paprika
2 gelbe Paprika
Salz, Pfeffer
2 bis 3 Koblauchzehen
etwas frisch gepresster Zitronensaft
Olivenöl
Thymian

Paprika im sehr heißen Ofen braten bis die Schalen dunkelbraun werden und Blasen werfen. In ein feuchtes Tuch einschlagen und einige Minuten liegen lassen. Die Haut abziehen und die Samen entfernen. Die Paprika in Streifen oder kleine Quadrate schneiden. Zusammen mit dem in dünne Scheiben geschnittenen Knoblauch, Thymian, und Salz und Pfeffer in eine Schale geben. Etwas Zitronensaft darüber träufeln und gut mit Olivenöl bedecken. Mit einer Folie abdecken und mehrere Stunden marinieren.

Marinierte Schalotten

500 g Schalotten
3 EL Olivenöl
100 ml Rotwein
5 EL Balsamessig
1/2 Bund Tymian
2 EL Honig
1 EL brauner Zucker
Salz, Pfeffer

Schalotten schälen und die beiden Hälften teilen. Mit Olivenöl einige Minuten in einer Kasserolle dünsten. Rotwein und Essig dazugeben. Honig und Zucker unterrühren und mit Salz und Pfeffer würzen. 20 Minuten einkochen lassen. Thymian entfernen und die Schalotten abkühlen lassen.


Weiße Bohnencreme

Weiße Bohnen mal nicht mit Öl, Knoblauch und Salbei in der Flasche zubereitet.

250 g gekochte weiße Bohnen
1/2 Zitrone Schale und Saft
5 EL Olivenöl
1/2 TL gehackte Rosmarinnadeln, alternativ Thymian
Salz, Pfeffer

Bohnen zusammen Öl, Zitronenabrieb und einem Teil des Zitronensaftes mit dem Pürierstab cremig mixen. Je nach Konsistenz noch etwas Olivenöl hinzufügen. Mit Kräutern und Gewürzen abschmecken und gegebenenfalls noch etwas Zitronensaft dazugeben.

Sonntag, 26. September 2010

Besuchen Sie in diesem Jahr das Oktoberfest?

Fragt Deutschlands selbsternannte größte Kochcommunity webworldweit in ihrer wöchentlichen Umfrage. Zwischen Ja und Nein kann man sich kurz und knapp entscheiden. Ich gehe davon aus, dass DAS OKTOBERFEST gemeint ist. Aber was werden denn A. aus Kiel und B. aus Aachen oder der deutschstämmige C. aus USA wohl anklicken frage ich mich da und bin über das Ergebnis nicht wirklich überrascht. Satte 92 Prozent outen sich als Wiesnverweigerer.

Ich muss mich jetzt auch mal outen und zwar als einen der unverfrorensten Wiesnverleugner, den die Welt je erlebt hat. Es ist ja nicht so, dass die Wiesn unendlich weit von hier weg wäre, eine dreiviertel Stunde mit dem Regionalzug gerade mal. Und es ist auch nicht so, dass ich in den letzten Jahren und Jahrzehnten nicht dort gewesen wäre. Schließlich gehört ein Firmenausflug auf die Wiesn zu den jährlich wiederkehrenden und fest in der Unternehmenskultur verankerten Ereignissen. Nein, ganz ungeheuerlich! Ich hatte meinen Nachwuchs schlicht und einfach jahrelang in Unkenntnis darüber gelassen, dass es dieses gigantische Volksfest überhaupt gibt. Irgendwann mal wurde ich dann doch von einem vielleicht 9- oder 10-jährigen Knirps mit der Frage konfrontiert: "Du Mama, stimmt das, dass es in München eine ganz große Dult gibt?" Leugnen half da nicht mehr, aber immerhin konnte ich die Wiesn als kaum attraktiver als die bei uns zwei Mal im Jahr stattfindende Dult darstellen und damit meine Wiesnbesuch-mit-Kindern-Vermeidungsstrategie noch etliche Jahre weiterverfolgen. Und das, wo ich als Kind doch eine der entschlossensten und wildesten Wiesnbesucherinnen überhaupt war. Weder aus der Bimmelstraßenbahn war ich herauszulocken, noch konnte ich vom Teufelsrad vertrieben werden und Kracherl, Zuckerwatte und Magenbrot gingen immer!

Es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde, dass meine Kinder noch nie auf dem Oktoberfest waren. Ein Mal genau, als man ihr Alter noch nicht in Jahren sondern in Monaten angab, zum gemeinsamen Mittagessen mit Oma und Opa. Damals gab's Hendl und Bier für die Großen und wenn ich nicht die Spaßvollbremse war, durfte der Nachwuchs wenigstens Apfelschorle trinken.

Auch dieses Jahr noch kein Wiesnbesuch. Dafür gab es gestern daheim ein schnelles Bratl. Wammerl und die Kartoffeln gleich mitgebraten. Bier fängt der Nachwuchs an zu mögen.


Montag, 20. September 2010

Ali jongliert

September ist Actionmonat. In unserer Stadt jedenfalls. Kein Wochenende vergeht, an dem nicht irgendwas los ist. Für das letzte Wochenende hatten sich gleich mehrere Veranstalter gedacht: "Im September, da könnte man doch was veranstalten!" Und als Veranstaltungskonsument jagte ich dann in der Nacht der Galerien und Museen von einer Ausstellung zur nächsten, dazwischen ein bisschen Shopping, weil auch noch Einkaufsnacht war. Der Töpfermarkt lief das ganze Wochenende und am Sonntag gings mit dem Tag des offenen Denkmals weiter und auch das Stadttheater hatte seine Türen geöffnet. Kreuz und quer durch die Innenstadt bin ich und wusste gar nicht wo ich zuerst hinsollte!


 

Für dieses Wochenende hat sich nur ein Veranstalter gedacht "Im September, da könnte man doch was veranstalten!" Aber das, was er da veranstaltet ist ein Riesenspektakel. International nennt er es sogar und das stimmt: 150 Straßenkünstler - international Streetperformer - aus 20 Nationen treten auf, musizierend, jonglierend, feuerspeiend, zaubernd, turnend, hüpfend, tanzend - alleine, zu zweit, als Gruppe. Kreuz und quer durch die Innenstadt möchte der Veranstalter mich schicken und ich weiß gar nicht wo ich zuerst hinsoll! Deshalb bleibe ich erst mal daheim und sehe mir einige Darbietungen - international Acts - von meinem Logenplatz am Fenster an. Und weil es so schön ist, gönne ich mir was zum Schlecken dazu.

Dunkles Schokoladensorbet. Seit ich eine Eismaschine habe suche ich nach einem Rezept dafür. Grund ist, dass ich vor einigen Jahren ein solches Sorbet in einer Eisdiele von Grom in Padua hatte. Laut Info auf deren Internetseite enthält es Eigelb. Der erste Versuch war erst mal ohne, nach einem Rezept von David Lebovitz. Das war Schokolade intensiv. Zu schokoladig und zu süß meinte mein Nachwuchs. Also nun ein neuer Versuch, wieder ohne Eigelb, aber dieses Mal an Stelle von Wasser mit Milch nach einem Rezept von Ali Güngörmüs.



1/4 Vanilleschote
330 ml Milch
70 g Zucker
70 g Kakaopulver
70 g Kuvertüre (im Rezept Valrhona, 65 % Kakaoanteil)

Mark der Vanilleschote mit der Milch und dem Zucker langsam zum Kochen bringen. Ein Mal kurz aufkochen lassen. Zuerst das Kakaopulver und danach die Kuvertüre in die Milch rühren und auflösen. Die erkaltete Masse in der Eismaschine abdrehen.

Das ist es, immer noch sehr schokoladig, aber nicht mehr so süß. Die Milch, finde ich, rundet das Eis ab. Ich genieße, schließe die Augen und sehe ihn vor mir. Ali, den Künstler, wie er mit Kochtöpfen jongliert. Aaaach, das wär's jetzt.

Der Nachwuchs findet es immer noch zu schokoladig und macht den Vorschlag mehr Sahne zu nehmen. Die Fotosession dauert zu lange und das Eis ist schon fast geschmolzen.

Donnerstag, 16. September 2010

Reherl trifft Saibling

Seit Tagen tanze ich um Elines Küche herum. Ihre Eierschwammerltarte hat es mir angetan. Ich suche für mein Septembermenue einen zweiten Gang, der gut vorzubereiten ist. Ach nein, italienisch soll das Menue ja sein, also dann: Il Primo.

Die Idee mit den Minicrespellestapeln wurde bei Eline schon kurz diskutiert, tolle Vorschläge hat sie aufgebracht. So ein bisschen schwanke ich noch. Soll ich die Crespelle doch klassisch rollen? Müssen ja nicht so groß sein wie übliche Pfannkuchen. Dann entdecke ich ein Rezept von Johannes King. Vielleicht doch Nudelteig statt Pfannkuchenteig - Minilasagne statt Minicrespelle? Ich kann mich nicht entscheiden. Einzig, dass Reherl, also Pfifferlinge, österreichisch Eierschwammerl, mitgestapelt oder eingerollt werden sollen, ist sicher. Ich probiers aus und stelle erst mal die Einzelteile her. Eine kleine beschichtete Pfanne mit 12 cm Durchmesser habe ich, die passt. Der Plan kleinere Pfannkuchen (7,5 cm) in einem Servierring auszubacken, wird nach zwei, drei mühsamen Versuchen verworfen und statt dessen wird ausgestochen. Klappt prima!



















Für die Fülle orientiere ich mich an Elines Rezept. Johannes King schwitzt die Reherl nur mit Butter und Schalotten kurz an und baut damit einen kleinen Nudelturm. Mir kommt der Baustoff etwas instabil und die Konstruktion gewagt vor. Wer weiß was passiert, wenn das Gerüst, ein Servierring, entfernt wird? Die Fülle erhält also mit ein paar Löffeln Bechamel etwas Bindung. Dafür bekommt Johannes beim Reherlragout noch eine Chance. Ob Turm oder Rolle, ich kann mich immer noch nicht entscheiden und beim Einkaufen treffe ich auch noch einen Saibling, der mitmachen will.















Vorbereiten
Pfannkuchen
Für ein Zwischengericht reicht je Portion ein Stapel mit 5 kleinen Pfannkuchen mit 7,5 cm Durchmesser oder 2 gerollte Crespelle mit 12 cm Durchmesser. Die dünnen Pfannkuchen kann man aus einem halben Rezept schon einen Tag vorher zubebreiten. In einer Frischhaltebox zwischengelagert trocknen sie nicht aus.

Reherl
Für die Fülle und das Ragout die Pfifferlinge putzen, ungefähr 100 bis 125 Gramm schöne kleine feste für das Ragout beiseite legen. Für die Fülle sollten noch ungefähr 120 bis 150 Gramm geputzte Pfifferlinge übrig bleiben. Diese in kleine Würfel schneiden.

Auch schon für Fülle und Ragout kann man zwei Schalotten in sehr feine Würfel schneiden.

Fülle
Bechamel aus 1 EL Butter und 1 EL Mehl zubereiten. Dabei nach und nach Milch zugießen, bis eine dickflüssige Sauce entstanden ist. Mit Salz, weißem Pfeffer und nach Belieben etwas Muskat abschmecken.

1 EL Schalotten in 1 EL Butter andünsten, die gewürfelten Pfifferlinge dazu. Kurz durchschwenken und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit ein paar EL Bechamelsauce vermengen, so dass eine homogene Masse entsteht. Ein Teil der Bechamel zur Seite stellen.

Crespelle
Eine ausreichend große Auflaufform buttern und die Stapel mit einem Pfannkuchen beginnend zusammenbauen. Einen EL Fülle darauf verteilen und einen weiteren Pfannkuchen daraufsetzen und etwas festdrücken. Die Fülle sollte nicht hervorquellen. Wiederholen bis die gewünschte Höhe erreicht ist. Mit einem Pfannkuchen abschließen, etwas von der Bechamel darauf verstreichen und mit Butterflocken und etwas Parmesan bestreuen.

Ragout
2 bis 3 Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden
100 g Sahne schlagen.
2 EL Schnittlauch fein schneiden

Saibling
2-3 Filets in 8 ungefähr gleich große Stücke schneiden.

Fertigstellen
Die Crespelle im auf 200° C vorgeheizten Backofen 5 bis 10 Minuten leicht braun backen.

Währenddessen das Ragout zubereiten. Restliche Schalotten in etwas Butterschmalz oder Sonnenblumenöl dünsten. Bei starker Hitze die Pfifferlinge und Frühlingszwiebeln dazugeben und eine halbe Minute anschwitzen. Die geschlagene Sahne dazugeben und nur sehr kurz köcheln lassen. Mit Salz, weißem Pfeffer würzen und den Schnittlauch dazugeben.

Saibling auf der Haut kross braten, kurz wenden und auf der Hautseite mit Fleur de Sel würzen.

Crespelletürmchen und Ragout anrichten, Saibling dazu legen.

Weil ich mich nicht entscheiden konnte, liegt ein gerolltes Crespella (den Singular hab ich nachgegoogelt) vorne.


Freitag, 10. September 2010

Auch Kleider machen Leute oder Marcella relaunched

So langsam aber sicher muss ich mich um das Septembermenue und die Auswahl der Speisen kümmern. Mein Ehrengast hat sächsisch-sizilianische Wurzeln und zu Dresden fallen mir spontan Eierschecke und das Christstollen-Mandelparfait ein, das ich schon mal als Dessert gemacht hatte. Das Dessert war gut und ich könnte es wieder mal zubereiten. Aber es ist September und Weihnachten noch fern, auch wenn mein Supermarkt da anderer Meinung ist und seit ein paar Tagen Lebkuchen und Weihnachtsgebäck feil bietet.

Also doch eher spätsommerlich, frühherbstlich, italienisch. Ich könnte eines von den Menuevorschlägen aus Marcella Hazans "Die klassische italienische Küche" aussuchen und nachkochen. Nein, so einfach mache ich es mir nicht, aber ich werde gerne das Buch zu Rate ziehen. Nur warum schreibe ich jetzt darüber? Weil "Die klassische italienische Küche" ein Standardwerk ist, das über eine reine Rezept-Anthologie hinausgeht. Weil schon das erste Kapitel des Grundlagenteils "Die Quellen des guten Geschmacks" lesenswert ist und ein Verständnis für die Zubereitung italienischer Gerichte vermittelt. Weil es nicht nur eine ausführliche Warenkunde im Grundlagenteil bietet, sondern sich auch in den weiteren Kapiteln und in den Rezepten viel Wissenswertes über Zutaten und Zubereitungstechniken findet und weil der Pastateil seinesgleichen sucht. Weil das Buch viele Freunde und sich der Verlag Gedanken gemacht hat:

In den Buchhandlungen steht es jetzt wieder an exponierter Stelle als unveränderter Nachdruck der 10. Auflage, aber in einem neuen Kleid. Zeitlos elegant, so wie es sich für einen Klassiker gehört.

Zugegeben, für solche Äußerlichkeiten bin ich empfänglich und die Rechnung des Verlages ging bei mir auf. Nachdem das Buch nach einem Umzug vor ein paar Jahren nicht mehr in meinem Regal stand und gebraucht nicht günstig zu ersteigern war, habe ich es mir jetzt druckfrisch gekauft. Zeit wurde es!


Sonntag, 5. September 2010

Schokodosis

Wenn man nichts anderes mehr im Kopf hat als Fritz, das Monatsmenue und das Kochen und Backen dafür, ist jeder Blick in ein Kochbuch oder auf eine Genussseite im Internet, jeder Einkauf auf dem Markt oder im Haushaltswarengeschäft auch von der Suche nach Inspirationen und Ideen dafür begleitet.

Dieses Mal war es aber die nackte Gier auf irgendetwas Schokoladiges, die mich zum Bücherregal trieb. Zartbitterkuvertüre hatte ich zuhause, aber wer will die schon pur essen? Tiefdunkel, saftig und möglichst wenig gestreckt sollte das schokoladige Irgendetwas sein. So wie ein Brownie etwa. Mein Blick fiel auf Delicious Days von Nicole Stich. Und dort wurde ich auch fündig: keine Brownies, aber Schokminis lachten mich verführerisch auf Seite 176 an. Widerstand (welcher Widerstand?) zwecklos.

Zwar werden sie im Originalrezept mit hochwertiger dunkler Schokolade zubereitet, aber einfache (Supermarkt-)Kuvertüre geht auch. Desserttauglich und kombinierbar sind sie zudem, für ein Fingerfoodbuffet drängen sie sich geradezu auf und weihnachtlich gewürzt (auch nicht weihnachtlich gewürzt) sind sie eine Bereicherung für jeden Plätzchenteller.




Die Zubereitung ist denkbar einfach und mit gängigen Zutaten, die man meist vorrätig hat:

200 g Zartbitter-Kuvertüre
200 g Butter
250 g Zucker
4 Eier
3 EL Mehl

außerdem

Wasserbadschüssel
Minimuffinblech groß
etwas Butter für die Backform

Backofen auf 190 ° C Unter- und Oberhitze oder 175 ° Umluft vorheizen. Das Minimuffinblech gut mit Butter einfetten.

Für den Teig die in Stücke gebrochene Kuvertüre zusammen mit der Butter in einer Metallschüssel im Wasserbad schmelzen. Dann den Zucker nach und nach hinzufügen und verrühren. Die Schüssel aus dem Wasserbad nehmen und die Schokoladenmasse einige Minuten abkühlen lassen. Mit einem Kochlöffel, sowohl im Buch als auch im Blog ist er aus Holz. Das scheint wichtig zu sein und ich halte mich an die Anweisung. Also, mit einem Holzkochlöffel ein Ei nach dem anderen gut in die Masse einrühren. Dabei wird sie zunehmend dicker, "fast puddingartig". Anschließend noch das Mehl unterrühren.

Die Mulden des Minimuffinbleches etwa 3/4 mit Teig füllen. Die Schokominis circa 15 Minuten auf der mittleren Schiene backen. Sie sollten im Kern nicht mehr flüssig aber auch nicht durchgebacken sein. Im Blech 10 Minuten abkühlen lassen.

Im Originalrezept reicht die Menge für 20 Schokominis. Ich habe über 30 rausbekommen. Vermutlich liegt es an der Einfüllhöhe. Füllt man etwas mehr Teig in die Mulden, wachsen die Minis beim Backen aus der Mulde heraus und bekommen einen kleinen Hutrand.

Donnerstag, 2. September 2010

Jetzt ist's soweit,

einen Tag konnte ich es noch hinauszögern, aber jetzt kann ihn nicht mehr zurückhalten. Fritz muss raus, er will da mitmachen. Ein Blog will er sein! Die Kreativität und Qualität, die tollen Rezepte und schönen Fotos, die er in anderen foodblogs entdeckt, gefallen ihm und so regt sich in ihm der Wunsch auch so zu sein, einer von ihnen zu sein. Leider hat der Wunsch nicht nur Freunde. Zweifel ist einer derer, die ihn immer wieder bremsen. "Meinst Du Du kannst das?" fragt der. "Du kannst doch noch nicht mal gescheit fotografieren!" wirft er ihm vor, "und weißt Du überhaupt was Du da schreiben willst?" setzt er nach. "Ich kann's ja mal versuchen. Und kochen kann ich - ein bisschen." meint Fritz schon etwas eingeschüchtert. Aber dann gesellt sich auch noch der Analyst dazu und stellt fest: "Du hast kein Konzept, du brauchst eine Idee." Puuh, das ist wahr. Das hat gesessen, das war's dann erst mal.

Hilfe kommt von einem guten Freund, Geburtshilfe quasi. Als ich ihn vor vielen Jahren kennenlernte, arbeitete er gerade als Assistenzarzt in der Gynäkologie und nun zu seinem runden Geburtstag möchte ich ihm ein schönes Erlebnis schenken. Es ist ein

Menue


Kleine Melange von Freunden


***

Duett von Gusto und Aroma

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Komposition von viererlei Gängen

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Variation von Tag und Zeit nach Wahl
 
 
Ein Teil des letzten Ganges steht schon fest. Im September soll das Geschenk eingelöst werden und um dieses Menue dreht sich nun der Blog einen ganzen Monat lang. Und im Oktober? Da hat mein Bruder Geburtstag ...